Knochenhauer Straße 5

24 Jahre lang haben Erika Wagner und ihr Mann Gerhard in Einbeck eine Fahrschule betrieben. Ganze Generationen Fahrschüler haben unter ihrer geduldigen Anleitung das Fahren gelernt.
Dazu haben die beiden, die ursprünglich aus Nienburg an der Weser stammten, 1971 das Haus in der Knochenhauer Straße 5, an der Ecke zum Hallenplan gekauft und nach ihren Bedürfnissen umgestaltet.

Im Erdgeschoss zog die Fahrschule ein: ein Büro und ein großer Raum für den Theorieunterricht – darüber lag die Wohnung des Ehepaares auf zwei Etagen. Als sie aus gesundheitlichen Gründen den Betrieb einstellen mussten, führte ihr Mitarbeiter Michael Hoffmann die Fahrschule weiter, bis er sie 2008 schloss.

In der Nachfolge wurde die Gewerbefläche vom Süßen Kaufhaus zum Verkauf von Süßwaren genutzt.

Von 2014 bis 2018 stand der Laden leer und Erika Wagner bot ihre drei Schaufenster der Bürgerinitiative Sch(l)aufenster zur Gestaltung an.
So wurde die Knochenhauer Straße 5 zum ersten Sch(l)aufenster in Einbeck und diente dem gegenüberliegenden Spielwarengeschäft und zwei regionalen Künstlerinnen als Ausstellungsfläche.

Wurden sich schnell einig: Eigentümerin Erika Wagner und Uhrmachermeister Frank Kurzidim sind beide sehr zufrieden mit dem getroffenen Arrangement.
©Fachwerk5Eck/Juliane Hofmann

 

Als die Eigentümerin 2018 eine Wanduhr in ihrem Wohnzimmer reparieren lassen wollte, kam Uhrmachermeister Frank Kurzidim zu ihr ins Haus. Der leerstehende Laden in günstiger Lage am Hallenplan in unmittelbarer Nachbarschaft zur Marktstraße und dem Marktplatz interessierte ihn für sein Geschäft Time & Design, das er mit seiner Frau Tanja betreibt.

Der Laden verfügt über günstige Standortbedingungen, ist an die Fußgängerzone angeschlossen und von vergleichsweise dichtem Geschäftebesatz und Gastronomie umgeben. Eigentümerin und zukünftige Mieter wurden sich schnell einig: Bei einem moderaten Mietzins konnten die neuen Mieter den Laden nach ihren Vorstellungen mit viel Eigenleistung modernisieren und ihn in ein helles, zeitgemäßes und einladendes Uhren- und Schmuckgeschäft verwandeln, das bei der Kundschaft sehr beliebt ist.

Die Ecklage mit den drei Schaufenstern lässt viel Licht in das Juweliergeschäft und bietet reichlich Platz in der Auslage.

Hausgeschichte:

Der Kern des Hauses ist Mitte des 16. Jahrhunderts als Ständerbau mit starken Vorkragungen entstanden und wurde über die Jahrhunderte mehrfach umgestaltet und angebaut. Ein historischer Keller unter dem westlichen Anbau war zunächst Braukeller für das Hausbrauen, später Futterkeller. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es Nebengebäude, die als Ställe und Scheunen dienten. Das Ladenlokal wurde 1924, 1939 und 1963 in drei Stufen um- und ausgebaut.